G-Y7LSGRLGE0Winterwandern: Tipps für Deine Ausrüstung und Verpflegung -
Schließen
Winterwandern Tipps Ausrüstung

Winterwandern: Tipps für Deine Ausrüstung und Verpflegung

Wenn Du dich fragst, welche Besonderheiten im Bezug auf Ausrüstung und Verpflegung bei Winterwanderungen zu beachten sind, bekommst Du hier Antworten darauf. Einige der hier genannten Tipps sind zwar nicht unbedingt spezifisch für Winterwanderungen, werden im Winter aber wichtiger.

Unten findest Du eine Packliste für Deine nächste Winterwanderung.

Die verlinkten Produkte nutze ich selbst oder sind sehr ähnlich zu den von mir genutzten Produkten.

Bei der Ausrüstung gilt übrigens das gleiche wie bei der Kleidung (siehe Winterwandern: Tipps für Deine Kleidung und Schuhe): Das Wetter und weitere Gegebenheiten beeinflussen die Auswahl der Ausrüstung.

Wenn ihr dann über Kleidung und Ausrüstung informiert seid, könnt ihr euch noch meinen Artikel Winterwandern: Tipps für Deine Planung und Organisation anschauen.

Ausrüstung für deine Wandertour im Winter

Spikes und Grödel

Die beiden Begriffe werden meistens synonym verwendet, bezeichnen aber eigentlich zwei unterschiedliche Gegenstände.

Für „normale“ Winterwanderungen reichen Spikes (*), wie ihr sie auf dem Bild hier seht. Sie werden einfach über den Schuh gespannt und schon hat man auf Eis, hartem Schnee und auch Matsch einen viel besseren Halt. Auch bei steileren Wanderwegen geben sie bergauf und bergab guten Halt.

Winterwandern Ausrüstung Spikes bzw. Grödel

Voraussetzung für die Nutzung ist allerdings, dass eure Schuhe eine (relativ) steife Sohle haben. Sonst werden sie von der Spannung der Gummis einfach zusammengedrückt und es drückt euch recht bald an den Füßen.

Auf weicherem Schnee und ebenen Flächen nehmt ihr die Spikes besser wieder ab. Ansonsten sammelt sich darunter nämlich Schnee und ihr lauft irgendwann nur noch auf Schneeklumpen oder, wenn ihr die nicht rechtzeitig entfernt, sogar auf Eisklumpen.

Grödel sind etwas für Bergwanderungen, bei denen man Firnfelder (Schneefelder) queren muss. Sie haben größere Zacken und können dadurch besser durch die harte Firnschicht durchstechen.

Gamaschen

Gamaschen (*) sind vor allem dann hilfreich, wenn euer Weg auch durch tieferen Schnee führt. Sie schützen Dich am Schuhschaft und den Waden vor Kälte und Nässe. Außerdem kann die Wanderhose nicht hochrutschen und so evtl. Schnee in Deinen Schuh kommen.

Winterwandern Tipps Ausrüstung Gamaschen

Du hast zwar sicherlich eine wasserabweisende Wanderhose an, aber „wasserabweisend“ ist eben nicht „wasserdicht“ und so kann die Hose früher oder später durchaus mal an ihre Grenze kommen. Das bedeutet, dass dann die kalte Nässe in die Beine zieht, was auf Dauer nicht angenehm ist und die Auskühlung beschleunigen kann.

Manche nutzen Gamaschen übrigens auch wenn kein Schnee liegt und sie am Berg über eine große Schutthalde drüber müssen. In diesem Fall schützen sie dann vor dem Geröll.

Biwaksack

Einen Biwaksack (*) hat man bei Bergwanderungen am besten das ganze Jahr über dabei. Im Winter wird er wegen seiner isolierenden Wirkung im Notfall allerdings noch wichtiger und sollte auch bei einer einfacheren Winterwanderung sicherheitshalber mit dabei sein.

Winterwandern Ausrüstung Biwaksack

Ein Biwaksack ist so etwas wie ein Schlafsack, nur sehr viel einfacher konstruiert (es ist nur eine Folie zum reinschlüpfen) und nur für den Notfall geeignet. Er schützt Dich vor Kälte und Nässe, wenn Du nicht mehr weiterkommst und auf Rettung oder den neuen Tag warten musst.

Neben der „Schlafsack-Funktion“ kannst Du ihn auch dafür nutzten, um über dir ein Dach zu spannen, falls es stark schneit.

Auf dem Bild seht ihr den Biwaksack im eingepackten Zustand. Ich habe den ein Mal ausgepackt und kaum mehr wieder rein bekommen. Deswegen habe ich den jetzt besser nicht wieder rausgeholt…

Stirnlampe

Eine Stirnlampe (*) kann natürlich zu jeder Jahreszeit verwendet werden. Im Winter wird es allerdings sehr viel früher dunkel und wer war nicht schon einmal davon überrascht, dass es „plötzlich“ dunkel wurde, man aber noch nicht am Ziel war? Auch das ist im Winter kritischer, weil es dann sehr viel kälter werden kann, worauf Deine Kleidung vielleicht nicht ausgelegt ist.

Winterwanderung Tipps Stirnlampe

Powerbank

Wenn ihr zu anderen Jahreszeiten längere Wandertouren macht, habt ihr vermutlich auch eine Powerbank (*) dabei, um im Zweifelsfall euer Smartphone mit neuem Strom versorgen zu können.

Im Winter halten die Akkus wegen den niedrigeren Temperaturen jedoch deutlich weniger lang, sodass eine Powerbank am besten einfach bei jeder Winterwanderung dabei ist.

Um den negativen Einfluss der Kälte ein bisschen zu verringern, solltet ihr idealerweise euer Smartphone möglichst nah am Körper tragen.

Isolierendes Sitzkissen

Noch ein Gegenstand, den zumindest ich praktisch immer dabei habe. Bei einer Winterwanderung sind Sitzkissen (*) allerdings Pflicht. Schließlich braucht ihr im Schnee gar nicht erst anfangen nach einer trockenen Sitzgelegenheit zu schauen. Außer natürlich ihr habt eine Tour, bei der ihr eine überdachte Sitzgelegenheit kennt. Die Sitzfläche ist dann aber immer noch kalt.

Wanderstöcke mit großen Tellern oder Skistöcke

Wanderstöcke (*) werden inzwischen vor allem bei Bergwanderungen von vielen Wanderern genutzt. Sie haben mehrere Vorteile, wie eine bessere Stabilisierung und eine große Entlastung der Füße und Beine. Zudem helfen sie auf matschigem Untergrund.

Winterwandern Ausrüstung Tipps Wanderstöcke mit Schneetellern

Diese Eigenschaften wollen wir auch bei Winterwanderungen nutzen. Wobei hier natürlich zuerst der bessere Halt im Schnee und auf Eis der wichtigste Vorteil ist. Je nachdem wo ihr wandern geht und wie das Wetter vor eurer Wandertour war, könnt ihr aber auch schnell mit Matsch konfrontiert werden.

Ich habe zum Beispiel mal auf der Sonnenseite des Konstanzer Tals eine Wanderung von ca. 780 m Höhe auf die Salmaser Höhe mit ihren 1254 m gemacht. Unten war es trocken, oben lag eine geschlossene Schneedecke. Das größte Problem lag dazwischen: Es war an einer relativ steilen Stelle sehr matschig und dadurch fast so rutschig wie auf Eis. Da war ich sehr froh darüber, dass ich meine Wanderstöcke dabei hatte.

Wenn ihr euch (nur) im Schnee bewegt, sind auf jeden Fall größere Teller (Schneeteller) hilfreich, damit ihr mit den Stöcken nicht so leicht im Schnee versinkt. Deswegen könnt ihr übrigens auch Skistöcke nutzen, falls ihr für eure Wanderstöcke nur kleine oder gar keine Teller habt.

Sonnenschutz

Ein Sonnenschutz in Form von Sonnencreme, Schirmmütze oder Sonnenhut ist natürlich nur relevant, wenn ihr strahlenden Sonnenschein habt. Dann aber umso wichtiger, weil der weiße Schnee die Sonnenstrahlen auch noch reflektiert und ihr so sogar noch mehr Sonne abbekommt. Ich habe auf diese Weise selbst im Winter mal einen leichten Sonnenbrand bekommen.

Die Funktion einer Sonnenbrille (*) ist klar: Bei Helligkeit besser sehen können. Je nach Wanderweg ist das eine extrem wichtige Funktion, um nicht zu verunglücken. Wenn alles weiß und auch noch hell ist, werden Konturen unscharf und ihr erkennt problematische Stellen vielleicht nicht rechtzeitig.

Sonnenbrille Sportbrille

Für Wanderungen sollte die Sonnenbrille Gläser aus Kunststoff haben, damit ihr bei Stürzen nicht gleich Glasscherben im Auge habt. Zudem sollten die Bügel nicht um das Ohr herum gehen, damit ihr sie auch problemlos über einer Wintermütze tragen könnt.

Rucksack mit Regenhülle

Eine Wanderung ohne Rucksack ist natürlich keine Wanderung… was soll hier schon großartig anders sein? Zum Beispiel, dass ihr daran denkt einen Rucksack mitzunehmen, der groß genug ist um eure Jacken aufnehmen zu können, wenn euch bei der Wanderung zwischenzeitlich zu warm wird. Wie in den Tipps zur Kleidung beschrieben, habt ihr idealerweise mehrere Schichten an, die ihr immer wieder an- und auszieht.

Vor allem wenn das Wetter nicht so gut aussieht, lohnt sich auf jeden Fall auch eine Regenhülle (*). Je nachdem wie stark es schneit und welche Art von Schnee vom Himmel fällt, wird euer Rucksack nicht ewig dicht halten.

Verpflegung bei deine Wandertour im Winter

Beim Essen und Trinken auf Winterwanderungen ist die Kälte der entscheidende Faktor, der die eine oder andere Kleinigkeit im Vergleich zu normalen Wanderungen ändert. Damit einher geht der Umstand, dass man dadurch auch eher kürzere Pausen macht.

Essen

Das Wetter ist im Winter oft nicht dafür geeignet, lange irgendwo zu picknicken. Darum ist es besser etwas zum Essen mitzunehmen, das ihr auch gut während dem Gehen essen könnt, wie z.B. Müsliriegel oder Nüsse. Die beliebten Bananen sind dafür allerdings keine so gut Wahl, weil sie Kälte ganz schlecht vertragen und bald nicht mehr gut schmecken.

Damit ihr auch ohne Hütte unterwegs ein warmes Essen haben könnt, bietet es sich an eine kleine Isolierkanne mit heißem Wasser und dazu eine 5-Minuten-Terrine (*) bzw. einen Instant-Snack mitzunehmen.

Winterwandern Ausrüstung Essen Instant Snack

Da das Wasser allerdings je nach Kälte schon nach zwei oder drei Stunden nicht mehr ganz so heiß ist, wie es für die Zubereitung ideal ist, rate ich von Gerichten mit Nudeln und auch mit Fleischinhalt ab. Die wurden bei mir seither nur schwer gar.

Bei Kartoffelbrei ist das kein Problem. Wenn ihr Wurst drin haben wollt, dann nehmt besser eine Hartwurst mit, schneidet die klein und gebt sie nach dem Eingießen des heißen Wassers mit in den Becher.

Um richtig heißes Wasser zur Verfügung zu haben oder auch etwas anderes heiß machen zu können, könnt ihr natürlich auch einen Gaskocher bzw. Campingkocher mitnehmen. Das bedeutet dann aber wieder mehr Gewicht und mehr Platzbedarf im Rucksack.

Trinken

Beim Thema Trinken ist es logisch, dass wir auf jeden Fall etwas Warmes mitnehmen, wie z.B. einen Tee. Allerdings sind die üblichen Thermosflaschen mit dem Becher als Deckel (*) weniger gut dafür geeignet, nur mal kurz im Stehen einen Schluck zu nehmen.

Für diesen Anwendungsfall gibt es Thermosflaschen (*), aus denen man auch direkt trinken kann. Alternativ könnt ihr für diese Situationen auch einen gut verschließbaren „To-Go-Becher“ mitnehmen.

Winterwandern Ausrüstung Tipps Isolierkanne Thernoskanne

Wir wollen aber vielleicht nicht immer Tee trinken, sondern auch immer mal wieder einfach nur Wasser. In der normalen Trinkflasche wird das Wasser jedoch schnell viel zu kalt. Aus diesem Grund mache ich es so, dass ich Wasser in Zimmertemperatur ebenfalls in eine Isolierflasche (*) fülle. Wenn ich nun draußen bei 0 Grad Wasser mit 21 Grad trinke, ist das sehr angenehm.

Packliste Ausrüstung für Winterwanderungen

  • Grödel/Spikes notwendig?
  • Gamaschen notwendig?
  • Biwaksack
  • Stirnlampe notwendig?
  • Powerbank
  • Isolierendes Sitzkissen
  • Stöcke mit großen Tellern
  • Rucksack mit Regenhülle
  • Sonnenschutz (Sonnencreme, Sonnenbrille, Schirmmütze oder Sonnenhut) notwendig?
  • Essen, z.B. Müsliriegel, Nüsse.
  • Wenn Instand Snack dabei, auch einen Löffel und heißes Wasser mitnehmen.
  • Warmes Getränk und Wasser mit Zimmertemperatur
  • Taschenmesser
  • Feuerzeug
  • Erste-Hilfe-Set (inkl. Rettungsdecke)

Geführte Winterwanderungen mit mir

Wenn ihr mit Winterwanderungen noch nicht so erfahren seid oder grundsätzlich gerne in der Gruppe wandern geht, könnt ihr euch gerne zu einer Winterwanderungen mit mir anmelden. Die aktuellen Termine findet ihr unter „Geführte Wanderungen„.

*Die Produktlinks sind Affiliate Links. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn Du darüber diese Produkte kaufst. Die Produkte sind deswegen jedoch nicht teurer. Falls Du Produkte kauft: Vielen Dank!

Antworten

Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht.Pflichtfelder sind markiert *